Perforierte Overgrips: Mehr Halt bei Schweiß
Wenn der Schläger beim Aufschlag oder in der langen Rallye leicht in der Hand wandert, liegt das nicht immer an der Grifftechnik. Häufig ist das Griffband am Ende - besonders bei warmen Bedingungen, hoher Luftfeuchtigkeit oder intensiven Matches. Perforierte Overgrips sind für viele Spieler dann eine sehr praktische Lösung: Die kleinen Lochungen unterstützen die Feuchtigkeitsaufnahme, der Griff bleibt trockener und die Hand kann entspannter arbeiten.
Das klingt nach einem kleinen Detail. Auf dem Platz macht es aber einen spürbaren Unterschied. Wer den Griff sicher hält, muss nicht unbewusst stärker zupacken. Das kann bei Tennis, Padel, Squash, Badminton und Pickleball zu mehr Gefühl bei schnellen Schlägen, Volleys, Stops oder präzisen Aufschlägen beitragen.
Was perforierte Overgrips auszeichnet
Ein Overgrip wird über das vorhandene Basisgriffband des Schlägers gewickelt. Er schützt den Originalgriff, verändert die Oberfläche und kann den Griffdurchmesser leicht erhöhen. Perforierte Varianten besitzen feine Öffnungen oder Vertiefungen im Material. Diese Struktur nimmt Schweiß nicht einfach nur oberflächlich auf, sondern bietet Feuchtigkeit mehr Raum, sich im Band zu verteilen.
Der Effekt ist vor allem bei Spielern gefragt, deren Hände schnell feucht werden. Ein glattes, sehr tacky Griffband kann anfangs angenehm klebrig wirken, bei viel Schweiß aber rutschiger werden. Ein perforiertes Overgrip fühlt sich meist etwas strukturierter an und liefert ein direkteres, trockeneres Griffgefühl.
Die Lochung allein entscheidet jedoch nicht über die Qualität. Material, Dicke, Oberflächenbeschichtung und Verarbeitung beeinflussen, wie griffig, haltbar oder weich sich ein Band spielt. Deshalb ist „perforiert“ kein pauschales Qualitätsurteil, sondern eine Eigenschaft, die zu Ihren Bedürfnissen passen muss.
Für wen sind perforierte Overgrips sinnvoll?
Sie sind eine starke Wahl, wenn Sie beim Spielen merklich schwitzen, oft draußen im Sommer aktiv sind oder zwischen Ballwechseln regelmäßig zum Handtuch greifen. Auch Spieler, die eine klar definierte Griffstruktur mögen, profitieren häufig von der Oberfläche. Gerade bei Schlägern mit sehr glattem Standardgriff entsteht dadurch mehr Rückmeldung in der Hand.
Im Tennis und Padel sind perforierte Modelle besonders beliebt, weil lange Ballwechsel, warme Plätze und hohe Beschleunigungen viel Feuchtigkeit produzieren können. Beim Squash kann die schnelle, intensive Belastung in der Halle denselben Effekt haben. Badmintonspieler schätzen oft leichte, dünne Varianten, damit der Griff nicht zu groß wird und die Fingerbeweglichkeit erhalten bleibt. Im Pickleball kommt es stark auf persönliche Vorliebe an: Wer einen kontrollierten, nicht zu weichen Griff sucht, sollte perforierte Ausführungen ausprobieren.
Wer nur wenig schwitzt und ein sehr weiches, haftendes Gefühl bevorzugt, ist mit einem nicht perforierten, tacky Overgrip möglicherweise besser bedient. Das gilt ebenso für Spieler, die bewusst einen möglichst dämpfenden Griffaufbau wählen. Hier zählt nicht der Trend, sondern die Hand am Schläger.
Trockenes Griffgefühl oder maximale Klebrigkeit?
Bei der Auswahl lohnt sich diese Unterscheidung: Absorbierende, perforierte Overgrips sind auf Feuchtigkeitsmanagement und Struktur ausgelegt. Tacky Overgrips setzen stärker auf Haftung. Einige Modelle verbinden beides, doch meist liegt der Schwerpunkt bei einem der beiden Eigenschaften.
Wenn Ihre Hand feucht wird, brauchen Sie nicht automatisch den klebrigsten Griff. Im Gegenteil: Ein Band, das bei trockener Hand sehr stark haftet, kann bei Schweiß unangenehm schmierig wirken. Testen Sie deshalb die Griffbänder möglichst unter Bedingungen, die Ihrem Spielalltag entsprechen. Ein kurzes Einspielen in der Halle sagt wenig darüber aus, wie sich der Griff im dritten Satz in der Sonne verhält.
Die richtige Dicke für Ihren Schlägergriff
Ein einzelnes Overgrip verändert den Griffumfang nur leicht, kann das Gefühl aber deutlich beeinflussen. Dünne Bänder vermitteln viel Kontakt zum Griff und zum Schläger. Das ist für Spieler interessant, die schnelle Handgelenkbewegungen, präzise Fingerkontrolle und ein direktes Feedback möchten. Besonders bei Badminton oder bei kleineren Griffgrößen wird häufig zu dünnen Ausführungen gegriffen.
Etwas dickere Overgrips bieten mehr Komfort und können Vibrationen am Griff besser abmildern. Sie sind sinnvoll, wenn der Griff knapp zu klein wirkt oder Sie einen volleren Halt bevorzugen. Wickeln Sie mehrere Lagen übereinander, wächst der Umfang allerdings rasch. Ein zu dicker Griff kann die Beweglichkeit einschränken und dazu führen, dass Sie beim Wechsel zwischen Vorhand und Rückhand später umgreifen.
Als grobe Orientierung sollte die Hand den Griff geschlossen und entspannt halten können. Beim Tennisschläger prüfen viele Spieler den Abstand zwischen Fingerkuppen und Handballen. Es gibt dafür keine perfekte Zahl für alle Hände. Entscheidend ist, ob Sie den Schläger kontrollieren, ohne zu verkrampfen. Bei Unsicherheit hilft eine persönliche Einschätzung im Fachgeschäft mehr als ein Blindkauf nach Millimeterangabe.
So wickeln Sie ein perforiertes Overgrip sauber
Ein gutes Griffband wirkt nur dann zuverlässig, wenn es straff und gleichmäßig angebracht ist. Entfernen Sie zunächst das alte Overgrip vollständig. Das darunterliegende Basisband sollte trocken, intakt und fest sitzen. Ist es porös, rissig oder verschoben, tauschen Sie es zuerst aus - ein neues Overgrip kann ein beschädigtes Basisband nicht dauerhaft ausgleichen.
Beginnen Sie bei den meisten Schlägern am Griffende. Die schmale, zugeschnittene Seite zeigt dabei in der Regel nach oben. Ziehen Sie das Band beim Wickeln mit gleichmäßigem, leichtem Zug an und lassen Sie die einzelnen Lagen sauber überlappen. Zu viel Überlappung macht den Griff schnell dick und ungleichmäßig, zu wenig kann Lücken erzeugen und Kanten spürbar machen.
Achten Sie auf die Hand, mit der Sie spielen. Rechtshänder und Linkshänder wickeln oft in entgegengesetzter Richtung, damit sich die Kante beim Greifen nicht aufstellt. Die Abschlussstelle fixieren Sie mit dem beiliegenden Tape. Eine saubere Wicklung ist keine Nebensache: Sie verhindert Druckstellen und sorgt dafür, dass die Perforation ihre Wirkung über die gesamte Grifffläche entfalten kann.
Wann sollte das Griffband gewechselt werden?
Ein Overgrip ist ein Verschleißteil. Warten Sie nicht, bis es sichtbar zerbröselt oder während eines Matches rutscht. Wenn die Oberfläche glatt geworden ist, sich dunkel verfärbt, unangenehm riecht oder sich dauerhaft feucht anfühlt, ist der Wechsel fällig. Bei intensivem Einsatz kann das bereits nach wenigen Trainingseinheiten sinnvoll sein. Freizeitspieler, die selten spielen und kaum schwitzen, kommen deutlich länger aus.
Viele Vereinsspieler wechseln das Overgrip vor einem Punktspiel oder Turnier. Das ist sinnvoll, denn ein frisches Band gibt ein verlässliches Gefühl und verhindert Überraschungen in entscheidenden Momenten. Wer mehrere Schläger besitzt, sollte nicht nur den Matchschläger neu wickeln. Unterschiedliche Griffgefühle zwischen den Rackets stören den Rhythmus beim Schlägerwechsel.
Lagern Sie Ersatzgriffe trocken und nicht dauerhaft im heißen Auto. Hitze und Feuchtigkeit können Beschichtungen beeinträchtigen, noch bevor das Band auf dem Schläger liegt. Ein kleiner Vorrat in der Sporttasche ist praktischer als ein altes, glattes Band bis zum nächsten Einkauf weiterzuspielen.
Griffband und Besaitung gehören zusammen gedacht
Der Griff ist Ihre Verbindung zum Schläger, die Besaitung seine Kontaktfläche zum Ball. Beide Komponenten beeinflussen Kontrolle, Komfort und Vertrauen im Schlag. Wer Saiten, Bespannungshärte oder Schläger wechselt, sollte deshalb auch kurz prüfen, ob das aktuelle Griffband noch zum neuen Spielgefühl passt.
Ein frisches perforiertes Overgrip ersetzt keine falsche Griffgröße und löst keine technischen Ursachen für Schmerzen. Es kann aber helfen, den Schläger entspannter zu führen und unnötiges Festklammern zu reduzieren. Bei wiederkehrenden Beschwerden oder Unsicherheit über Griffumfang, Bandstärke und Schläger-Setup lohnt sich die fachkundige Beratung bei Bespannservice.de.
Nehmen Sie sich vor dem nächsten Training zwei Minuten für Ihren Griff. Fühlt er sich trocken, gleichmäßig und sicher an, können Sie Ihre Aufmerksamkeit dorthin richten, wo sie hingehört: auf den nächsten Ball.