Tennisschläger-Griffband richtig wechseln

Tennisschläger-Griffband richtig wechseln

Ein rutschender Griff kostet mehr als nur Komfort. Wenn der Schläger beim Aufschlag wandert, du ihn zwischen zwei Ballwechseln neu fassen musst oder sich das Band hart und glatt anfühlt, leidet die Kontrolle. Ein Tennisschläger-Griffband richtig wechseln zu können, gehört deshalb zur Grundpflege deines Rackets. Mit dem passenden Band und sauberer Wickeltechnik fühlt sich der Schläger wieder direkt, sicher und vertraut an.

Wann ist ein neues Griffband fällig?

Viele Spieler wechseln die Saite erst bei einem Riss, warten beim Griffband aber zu lange. Dabei ist es ein Verschleißteil, das bei jedem Training Feuchtigkeit, Schweiß und Reibung abbekommt. Ein Overgrip sollte runter, wenn seine Oberfläche glatt wird, sich feucht anfühlt oder an den Kanten einreißt. Auch Verfärbungen und ein nachlassender Halt sind klare Signale.

Wie oft du wechselst, hängt von deinem Spielumfang und deinem Schwitzen ab. Wer zwei- bis dreimal pro Woche spielt und wenig schwitzt, kommt häufig mehrere Wochen mit einem Overgrip aus. Bei intensiven Einheiten, warmen Hallenbedingungen oder stark schwitzenden Händen kann ein Wechsel nach jeder zweiten bis vierten Spielstunde sinnvoll sein. Im Wettkampf spielen viele Aktive mit einem frischen Band - nicht aus Optikgründen, sondern weil der Griff dann berechenbar bleibt.

Das Grundgriffband, auch Replacement Grip genannt, hält deutlich länger. Es sitzt direkt auf dem Griff und bringt Dämpfung sowie die eigentliche Griffstärke. Tausche es aus, wenn es durchgedrückt, brüchig oder dauerhaft feucht geworden ist. Ein Overgrip schützt das Grundgriffband und lässt sich schnell erneuern. Diese Kombination ist für die meisten Tennisspieler die praktischste Lösung.

Das passende Griffband vor dem Wechsel auswählen

Nicht jedes Griffband spielt sich gleich. Trockene, eher dünne Overgrips geben ein direktes Gefühl und erhalten die Konturen des Griffes. Sie passen gut zu Spielern, die viel Rückmeldung vom Schläger wollen. Etwas dickere, weichere Bänder dämpfen stärker und können angenehm sein, wenn die Hand oder der Unterarm empfindlich reagiert. Sie vergrößern den Griff aber spürbar.

Bei starkem Schwitzen zählen Saugfähigkeit und griffige Oberfläche mehr als maximale Dämpfung. Trockene Overgrips mit hoher Feuchtigkeitsaufnahme sind dann meist die bessere Wahl. Tacky-Grips fühlen sich dagegen klebriger an und bieten besonders zu Beginn viel Haftung. Manche Spieler lieben dieses feste Anfassen, andere empfinden es bei Wärme als zu schmierig. Hier entscheidet dein Spielgefühl.

Achte außerdem auf die Griffstärke. Ein zusätzliches Overgrip erhöht den Umfang ungefähr um eine halbe Griffgröße. Das kann gewollt sein, wenn dein Griff knapp zu klein ist. Ist dein Schläger bereits grenzwertig dick, wähle ein besonders dünnes Overgrip oder lasse dich vor dem Kauf beraten. Einen zu großen Griff kannst du beim Spielen kaum ausgleichen: Die Hand wird steifer, und schnelle Griffwechsel fallen schwerer.

Für den Wechsel brauchst du nur das neue Griffband, eine Schere und bei einem Ersatz-Grundgriffband eventuell etwas doppelseitiges Klebeband. Die meisten Overgrips besitzen bereits einen kleinen Klebestreifen am Anfang sowie ein Abschlussband. Lege den Schläger auf einen sauberen, trockenen Untergrund. Feuchtigkeit oder Staub unter dem Band verkürzen seine Haltbarkeit.

Tennisschläger-Griffband richtig wechseln: Schritt für Schritt

Das alte Band sauber entfernen

Wickle zunächst das Abschlussband am oberen Ende des Griffes ab. Danach löst du das alte Overgrip in einer gleichmäßigen Bewegung bis zur Griffkappe. Bei einem Grundgriffband entfernst du auch mögliche Klebereste vorsichtig. Der Griff sollte trocken und sauber sein, bevor das neue Band daraufkommt.

Kontrolliere jetzt die Griffkappe. Sie darf nicht locker sein und sollte keine scharfen Kanten haben. Gerade bei älteren Schlägern lohnt sich dieser kurze Check. Eine beschädigte Griffkappe oder ein loser Tackernagel kann das neue Band von innen aufscheuern.

Den richtigen Startpunkt wählen

Rechtshänder beginnen normalerweise am unteren Ende des Griffes, direkt über der Griffkappe. Linkshänder können grundsätzlich genauso vorgehen, sollten aber auf die Wickelrichtung achten. Entscheidend ist, dass sich die Überlappung beim Schlägerhalten nicht gegen deine Hand aufstellt.

Als Faustregel gilt: Halte den Schläger in deiner üblichen Vorhandposition. Die Kante des Bandes sollte so verlaufen, dass deine Hand beim Zug nach oben über die Überlappung gleitet, statt darunter einzuhaken. Bist du unsicher, wickele die ersten zwei Umdrehungen probeweise. Fühlt sich die Kante beim Umfassen störend an, drehst du die Richtung einfach um.

Ziehe die Schutzfolie vom Klebestreifen am schmalen, angeschrägten Ende ab und fixiere ihn knapp oberhalb der Griffkappe. Das Band sollte die Kappe nicht komplett verdecken. Ein kleiner sichtbarer Rand hilft, den Schläger sicher aus der Tasche zu ziehen und gibt der Hand beim Aufschlag Orientierung.

Gleichmäßig wickeln, nicht brutal festziehen

Führe das Band spiralförmig nach oben und halte dabei eine gleichmäßige Spannung. Zu locker gewickelt, verschiebt es sich nach wenigen Ballwechseln. Zu stark gezogen, wird es dünn, verliert seine Dämpfung und kann an den Kanten schneller reißen. Ein fester, kontrollierter Zug reicht völlig aus.

Die Überlappung sollte etwa drei bis fünf Millimeter betragen. Bei einem dünnen Overgrip kannst du etwas mehr überlappen, wenn du einen minimal stärkeren Griff möchtest. Weniger Überlappung hält den Griff schlanker und spart Bandlänge. Wichtig ist vor allem, dass die Überlappung über den gesamten Griff gleich bleibt. Unregelmäßige Abstände erzeugen Kanten, die du später bei Rückhand und Aufschlag spürst.

Folge den Konturen des Griffes, ohne das Band zu verdrehen. Besonders am Übergang vom breiteren unteren Bereich zum schmaleren Schlägerhals wird oft zu hastig gewickelt. Nimm dort Tempo heraus. Das Griffband soll flach anliegen und die achtkantige Form des Tennisgriffes weiterhin erkennen lassen.

Am Schlägerhals sauber abschließen

Wickle bis knapp unter den Schlägerhals. Ziehe das Band einmal glatt, markiere die benötigte Länge mit dem Daumen und schneide es leicht schräg ab. Ein schräger Abschluss liegt flacher an als eine gerade Kante. Fixiere ihn anschließend mit dem beiliegenden Abschlussband.

Das Abschlussband sollte fest sitzen, aber nicht mehrfach dick übereinandergelegt werden. Eine wulstige Stelle am oberen Griffende kann bei beidhändiger Rückhand stören. Drücke alle Kanten nochmals an und greife den Schläger in Vorhand-, Rückhand- und Aufschlagposition. Wenn nichts wandert oder kratzt, ist der Wechsel gelungen.

Grundgriffband wechseln: Das solltest du anders machen

Ein Replacement Grip ist dicker, meist länger und oft mit einer Klebeschicht auf der Rückseite versehen. Beginne ebenfalls an der Griffkappe, achte aber besonders darauf, die ursprüngliche Griffkontur nachzuformen. Viele Grundgriffbänder haben eine angeschrägte Startkante. Diese liegt sauber an der Kappe an und verhindert eine unnötige Stufe.

Entferne beim neuen Grundgriffband die Schutzfolie Stück für Stück statt komplett auf einmal. So klebt es nicht versehentlich an sich selbst oder schief auf dem Griff. Wickele mit moderater Spannung und kontrolliere nach jeder zweiten Umdrehung, ob die Kanten parallel verlaufen. Weil das Material dicker ist, reichen meist kleinere Überlappungen als beim Overgrip.

Wer Wert auf maximale Dämpfung legt, kann danach noch ein dünnes Overgrip aufziehen. Für Spieler, die präzises Feedback und einen schlanken Griff bevorzugen, reicht ein gutes Grundgriffband häufig allein. Es gibt hier keine pauschal bessere Lösung - dein Griffgefühl, deine Handgröße und dein Spielstil entscheiden.

Typische Fehler beim Griffbandwechsel

Der häufigste Fehler ist eine falsche Wickelrichtung. Das Band kann optisch perfekt sitzen und sich trotzdem bei jedem Schlag unangenehm anfühlen, wenn die Kanten gegen die Hand arbeiten. Der zweite Klassiker: ungleichmäßiger Zug. Dadurch entstehen dicke und dünne Bereiche, die das vertraute Griffgefühl verändern.

Auch ein zu weit hochgezogener Griffabschluss ist problematisch. Er kann beim beidhändigen Spielen die obere Hand stören und wirkt oft wie eine harte Kante. Lasse am Schlägerhals einen kleinen Bereich frei. Schließlich solltest du ein abgenutztes Grundgriffband nicht endlos mit neuen Overgrips überdecken. Wenn die Unterlage zusammengedrückt oder feucht ist, wird der Griff nie wieder wirklich stabil.

Ein frisches Griffband ist eine kleine Veränderung mit großer Wirkung. Nimm dir vor dem nächsten Training zwei Minuten dafür Zeit, teste die Wickelrichtung bewusst und finde die Oberfläche, die zu deiner Hand passt. Wenn du bei Griffstärke, Material oder Aufbau unsicher bist, hilft dir die persönliche Beratung bei Bespannservice.de dabei, dass dein Schläger nicht nur gut aussieht, sondern in jeder Spielsituation sicher in der Hand liegt.

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